Bericht von Chloroplastes für www.kreta-abc.com im Juli 2010

CHLOPOPLASTES

Mediterrane, subtropische Gartengestaltung und Umweltplanung


Entstehung eines Villengartens mit innovativem Bewässerungssystem


Planung und Anlage:


Die Anlage eines Gartens besteht nicht aus dem Einsetzen bunt gemischter Pflanzen. Vielmehr müssen die Umgebung des Gartens, die Wünsche des Kunden, die Nutzungsansprüche, ein wohl durchdachtes Pflanzschema und ein zum Haus und Grundstück passendes Design berücksichtigt und harmonisch miteinander verknüpft werden. Deshalb ist eine fachgerechte Planung vorab unabdingbar. Wie das funktioniert wird an folgendem Beispiel ausgeführt:

 Das Grundstück befindet sich in einem Villenkomplex am Rande eines kleinen Zypressenwaldes in Aspro, nähe Almyrida.
Der Garten besteht aus vier Teilbereichen , die auf drei Ebenen liegen.


Übersicht des Grundstücks mit den 4 Gartenbereichen


Gartenbereiche 1 und 2:
Die zwei obersten Ebenen liegen dicht an der Villa, wobei der erste Gartenbereich zugleich der Eingangsbereich ist und südlich an einen kleinen Zypressenwald angrenzt. Vom Kunden besteht der Wunsch auf diesen Ebenen eine Rasenfläche anzulegen. Hier ist es für einen harmonischen Übergang zwischen Garten und Natur also notwendig eine fließende Abstufung vom Wald ( Natur ) zum Rasen ( intensive Bepflanzung ) vorzunehmen. Dies geschieht zum einen durch die Verwendung lokaler und standortgerechter Pflanzen und zum anderen durch die Anlage eines kleinen Steingartens, wobei hier der gleiche Stein benutzt wird, der sich auch im Wald findet. Darüber hinaus werden die geschwungenen Linien der Mauer und der Terasse auch auf den Garten übertragen. Pflanzen mit unterschiedlichen Wuchshöhen sowie Kletterpflanzen,die entweder von der Ebene 2 an der Mauer hinauf klettern oder von der Ebene 1 herunter wachsen, sorgen zusätzlich für ein abwechslungsreiches Bild.

Unterirdisches Tröpfchenbewässerungssystem:
Die Rasenflächen auf den Ebenen 2 und 2 werden ausschliesslich unterirdisch gewässert. Es erfolgt bis auf 3 Tage nach Düngungen keine oberirdische Bewässerung durch sprühen. So werden erhebliche Wassermengen eingespart, da Verdunstung verhindert wird. Das Wasser wird tröpfchenweise direkt an die Pflanzenwurzeln abgegeben. Eine spezielle Filtertechnik hält das Wasser rein und die Wurzeln von den Poren der Schläuche fern. Da alle Schläuche unterirdisch liegen und es keine versenkbaren Sprühregner gibt erfolgt die Bewässerung praktisch unsichtbar. Kleine Kontrollschächte ermöglichen die Überprüfung des Systems. Ein Computer reguliert die Wasserzufuhr zu bestimmten Zeiten. Je nach Jahreszeit kann dies mehrmals pro Woche oder pro Tag erfolgen.
Die Geräte werden in einer abschliessbaren Box untergebracht.
Auf Wunsch ist es auch möglich dem Rasen Dünge- und Pflanzenschutzmittel vollautomatsch und genauestens dosiert mit dem Wasser zusammen zuzuführen.
Alle Materialien sind Qualitätsprodukte einer bekannten Firma aus Israel , wo dieses Wasser sparende und effiziente System erfunden wurde und dort auch in der Negevwüste zum Einsatz kommt.
Da besonders Rasen im mediterranen Klima einen hohen Wasserbedarf hat, empfielt es sich gerade bei mittelgrossen und grossen Flächen diese Bewässerungssystem einzubauen.
 



 
Planung der Gartenbereiche 1, 2 und 3




Gartenbereich 1: auf der obersten Ebene, der Mutterboden ist bereits geliefert.



Gartenbereich 2: auf der 2. Ebene vor Baubeginn



Gartenbereich 2: Nach dem Auslesen des Bauschutts wird der Oberboden für den Rasen verteilt. Am Rand erfolgt zur Einfassung das Anpflanzen einer Kräuterhecke.







Gartenbereich1: Nach Verteilung und leichter Verdichtung des neuen Bodens werden die Schläuche für das neue unterirdische Bewässerungssystem ausgelegt und miteinander verbunden. Der genaue Abstand sowie die Schlauchdicke wurden vorher genau  berechnet. Dies hängt von Faktoren wie Rasenflächegrösse, Zuschnitt der Fläche , Wasserdruck und Gefälle ab.



Gartenbereich2: Nun werden die Schläuche in die nötige Tiefe eingelassen. Nach dem Aufbringen weiterer Erde wird man von ihnen nichts mehr sehen.



Jetzt wird der Hauptschlauch mit der nötigen Technik verbunden. Anschliessend wird das System eingerichtet und geprüft.




Damit das System ständig überwacht werden kann werden Kontrollschächte eingebaut.




Die Technik wie Flter und Computer werden in einer verschließbaren Box untergebracht. Dann wird der restliche Boden aufgebracht. Nun muss sdieser nur noch zur Verlegung des Rollrasens vorbereitet werden ( Feinplanum ).



Gartenbereich1: Unterdessen erfolgt die Anlage des kleinen Steingartens mit natürlicher Bepflanzung. Auch das oberirdische Tröpfchenbewässerungssystem für diesen Teilbereich wird eingerichtet.



Gartenbereich 2: Nach Herstellung des Feinplanums wird der Rollrasen verlegt. Bis die Wurzeln die Tiefe des unterirdischen Bewässerungssystems erreicht haben, muss zusätzlich noch von oben bewässert werden.



Nach 4 Monaten ist der Rasen bereit für den 1. Schnitt.



Gartenbereich 2: Zwei Monate nach Fertigstellung. Dank gachgerechter Bauausführung und der unbedingt notwendigen Gartenpflege wird der Rasen vollkommen unterirdisch bewässert, die Pflanzen sind angewachsen und neue Triebe und Knospen haben sich gebildet.

Gartenbereich3: Dieser Bereich am Pool ist ein kleines Pflanzbeet und bildet die Grenze zum Nachbarhaus. Hier steht also zunächst ein natürlicher Sichtschutz im Vordergrund. Darüber hinaus muss aber berücksichtigt werden, daß keine laubabwerfenden  Pflanzen verwndet werden, da sonst der Filter des Pools verstopft. Also wurden hier subtropische Pflanzen mit langen Blättern verwendet. Diese verleihen diesem Bereich einen zusätzlich tropischen Charakter.



Gartenbereich3: vor dem Pool , vor Baubeginn



nach Fertigstellung

Gartenbereich4: Dieser befindet sich auf der untersten Ebene und spielt eine eher untergeordnete Rolle, da dieser Bereich vom Haus nicht einsehbar ist. Vielmehr wird der Bereich als Verbindung zum Pool- und Abstellraum sowie zum Garten der Nachbarvilla genutzt. Somit führt ein kleiner einfacher Pfad aus Natursteinen zu den jeweiligen Räumen und verbindet die beiden Grundstücke miteinander. Zur interessanteren Gestaltung wurden zwei kleine Hügel angelegt und überwiegend mit Bodendeckern bepflanzt. Hier und da wachsen ein paar höhere Büsche heraus. Steingartenpflanzen zwischen den Mauerfugen sorgen für einen stabileren Halt der Mauer.



Gartenbereich4: Planung




Gartenbereich 4: vor Baubeginn



Gartenbereich 4: erste Erdarbeiten



Gartenbereich 4: Anlage des Weges und Pflanzarbeiten



Gartenbereich 4: Fertigstellung


Nach etwa zwei Jahren wird der Garten sein gewünschtes Erscheinungsbild zeigen. Die Pflanzen werden den Boden komplett bedecken, die Kräuterhecke wird ausgewachsen sein und die Bäume zumindest einen ersten Baumcharakter zeigen. Hierzu ist es jedoch unbedingt notwendig den Garten mit seinen Pflanzen, seinem Rasen und dem Bewässerungssystem kontinuierlich und fachgerecht zu pflegen wie folgender kurzer Bericht zeigt.

Gartenpflege:


Damit die Pflanzen gut anwachsen und der allgemeine funktionsfähige Zustand erreicht wird ist Gartenpflege unbedingt notwendig. Im allgemeinen wird zwischen drei Entwicklungs- und Pflegephasen unterschieden:

  • Fertigstellungspflege nach DIN 18986: wird durchgeführt damit der abnahmefähige Zustand einer Pflanzung erreicht wird. Sie dauert so lange bis Gewissheit über den Anwachserfolg der Pflanzen besteht. In der Regel bis ersichtlich ist, daß neue Triebe nachwachsen.
  • Entwicklungspflege nach DIN 18919: Sie beginnt nach der Fertigstellungspflege und dient der Erzielung des funktionsfähigen Zustands einer Pflanzung. Die Dauer hängt vom Begrünungsziel , der Grösse der verwendeten Pflanzen und den Standortbedingungen ( Klima, Boden, Wasser ) ab. Massnahmen wie Düngen, Überwachung des Bewässerungssystems und Baumschnitt gehören zu dieser Pflegephase. Bei Rasenflächen mit unterirdischem Bewässerungssystem gehört auch das regelmässig abgestimmte oberirdische Bewässern dazu. Dies muss solange erfolgen bis die Pflanzenwurzeln eine ausreichende Tiefe erreicht haben, um nur noch unterirdisch bewässert werden zu können. Bis dahin ist es nötig die Wassermenge genauestens dem Bedarf des Rasens anzupassen. So ist anfangs eine ausgiebige Bewässerung notwendig, die jedoch ab einem bestimmten Zeitpunkt um eine bestmmte Menge vermindert werden muss. Nur so wachsen zum einen die Wurzeln ausreichend in die Tiefe und kann zum anderen Pilzwuchs vemieden werden.
  • Unterhaltspflege nach DIN 18919: Sie dient dem Erhalt des funktionsfähigen Zustands = Instandhaltung des Gartens. Sie knüpft direkt an die Entwicklungspflege an und garantiert Ihnen lange Freude an Ihrem Garten.
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Annika Steinhausen
CHLOROPLASTES
Mediterrane, subtropische Gartengestaltung und Umweltplanung
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